26. November 2007...2:37

Wieder mal: Bildung oder Bachelor

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Nun gibt es also – laut Spiegel online – eine aktuelle Studie, die den Erfolg der neuen Bachelor-Studiengänge untersucht; und siehe da, es gibt

im Bachelor-Studium oft zu wenig Möglichkeiten, das Wissen in bestimmten Punkten zu vertiefen, also einzelne Themen länger, intensiver und umfassender zu beackern.

Wer hätt’s gedacht.

Ein weiterer Punkt, der den Absolventen zufolge noch verbessert werden muss: die Vorbereitung auf das Berufsleben. Die Struktur des Bachelor-Studiums, die von vielen als „verschult“ bezeichnet wird, hat laut Studie bisher nicht zu einer Verbesserung gegenüber den klassischen Studiengängen geführt.

Vorbereitung aufs Berufsleben: Das bedeutet dann wohl die endgültige Verabschiedung von der Universität als Bildungsinstitution. Man fragt sich zudem, was die Verschulung zu besagter Vorbereitung hätte beitragen sollen: Kommt man später im Beruf besser zurecht, wenn einem an der Uni gleich das selbständige Denken und Arbeiten ausgetrieben worden ist?

Da kann man sich nur wundern.

(Disclaimer: Natürlich gibt es gute Bachelor-Studiengänge. Mir geht es um die weit verbreitete Einstellung dazu, die in solchen Formulierungen zum Ausdruck kommt.)

4 Kommentare

  • Beste Grüße vom großen Kontinent an die kleine Insel, mit denen gleichzeitig das Bachelor-Imperium zurückschlägt! ;) Gebe dir im großen und ganzen zwar recht, doch bin mir nicht sicher, ob ich bei der Gleichsetzung Verschulung / unselbständiges Arbeiten mitgehe. Das Studiengefühl in Potsdam war ein anderes.
    So oder so freue ich mich über deine Blogtreue und hoffe, es geht dir gut!
    Bis bald
    P.

  • Endlich wieder online – ich war mit Umzug und allerlei beschäftigt und längere Zeit internetlos. Soviel zur Entschuldigung für die sehr verspätete Antwort.
    An den Potsdamer Bachelor dachte ich beim Disclaimer des Beitrages, aber das ist eben die Sache: Wenn es Zulassungsbeschränkungen gibt und man sich wenige und die besten Studenten aussuchen kann, dann ist Verschulung oder nicht kein so großes Problem, weil die Studenten auch ohne Verschulung lernen und auch mit Verschulung selbst denken. (Ein sehr guter „verschulter“ Studiengang ist z.B. auch der MPhil in Philosophie in München, aber auch dort sind die Aufnahmebedingungen ziemlich anspruchsvoll.)
    Meine Erfahrungen aus neu einzuführenden Bachelor-Studiengängen an anderen Unis versprechen dagegen nur Multiplikationen der Bürokratie (Schein X muss im 3. Semester gemacht werden, das wiederum geht nur, wenn im selben Semester eine ganz bestimmte Vorlesung belegt wird, etc. …) und die endgültige Aufgabe des Selbstdenkens und persönlichen Interesses an der Sache zugunsten eines Nacheinander-Abhakens der verschiedenen Scheine.
    Wie war das eigentlich in Potsdam — in welcher Hinsicht war der B.A. verschult? Mit vollem Stundenplan oder einfach nur mit vorgegebenen Fachbereichen? Wie viele Studenten pro Seminar? Und wie liefen die Seminare dann so?
    Viele Grüße!

  • Naja, die Selbständigkeit scheint ein wenig abhanden zu kommen zugunsten des Organisationstalents…aber ich denke, da muss sich vieles erst noch einspielen. Je mehr Kritik laut wird, desto eher ändert sich etwas.

  • Das sicherlich. Aber hat nicht gerade der Magister ein gewisses Organisationstalent erfordert? Immerhin musste man da wirklich selbst sein Studium organisieren. Die neuen Bachelor-Studiengänge scheinen mir oftmals nur die Bürokratie zu vervielfachen und die Eigenorganisation des Studiums ganz auf der Strecke zu lassen … Aber ich lasse mich gerne eines Besseren belehren.


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