3. März 2008...10:00

Angewandte Ontologie

Zu den Kommentaren

Etwas außer der Reihe, weil ich es als Philosophin und insbesondere als Ontologin sehr lustig fand: Die Zeit vom 28.2. schreibt im Feuilleton unter dem Titel „Etwas wird nichts“ über das „philosophische Ende des Berliner Flughafens Tempelhof“:  

Dass man nur über etwas, nicht aber über nichts reden könne, darin waren sich die Philosophen stets einig. Schwieriger steht es um die Frage, was dieses Nichts denn sei: ein Etwas, das es nicht gibt, oder ein Nichts, das es nicht geben kann, oder ein Etwas, das es zwar aktuell nicht gibt, unter anderen Umständen aber geben könnte. Einen bedeutenden Beitrag zu dieser Diskussion hat kürzlich der Berliner Senat geliefert. Der Regierende Oberontologe Klaus Wowereit und seine Senatorin für Stadtentwicklung und Sprachphilosophie, Ingeborg Junge-Reiher, (beide SPD) haben beschlossen, den Flughafen Tempelhof zu „entwidmen“, das heißt, seiner Flughafenhaftigkeit zu entkleiden – philosophisch gesprochen: aus einem Etwas in ein Nichts zu verwandeln, über das füglich nicht mehr gesprochen und also auch nicht mehr entscheiden werden muss.

Das ist zwar nicht besonders gute Ontologie, aber wer wollte schon so pingelig sein, wenn der eigene Fachbereich es einmal ins Feuilleton geschafft hat? Und dann ist es ja auch ein Schritt in eine interessante Richtung – Philosophen in den Verwaltungsapparat? In Berlin ist alles möglich.

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